| 2011 | 2015 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Wähleranteil | 15,1% | 16,4% | 15,1% |
| Anzahl Nationalratssitze | 30 | 33 | 29 |
| Anzahl Ständeratssitze | 11 | 13 | 12 |
Nach mehreren erfolglosen Anläufen gelang der liberalen Bewegung 1894 die Gründung einer dauerhaften, gemeinsamen Partei auf nationaler Ebene: der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP). Entsprechend ihrer Geschichte versteht sich die FDP auch heute noch als die staatstragende Partei und als Hüterin des liberalen Bundesstaates.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts standen sich in der Schweiz hauptsächlich zwei politische Gruppen gegenüber. Auf der einen Seite die liberale Bewegung, die – inspiriert durch die Aufklärung und die Französische Revolution – für die Bürger und Bürgerinnen mehr politische Rechte und Freiheiten, wie die Presse- und Meinungsfreiheit oder die Handels- und Gewerbefreiheit, und einen starken, zentralisierten Bundesstaat forderte. Auf der anderen Seite die konservative Bewegung, die wieder zur «Alten Eidgenossenschaft» von vor 1798 zurückkehren wollte (vgl. Geschichte der CVP).
Mit der Gründung des modernen Bundesstaates von 1848 konnte sich die liberale Bewegung durchsetzen: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dominierte sie die Politik im neuen Bundesstaat. Bei der liberalen Bewegung handelte es sich aber nicht um eine geschlossen auftretende Partei, sondern vielmehr um ein Sammelbecken verschiedenster Gruppierungen, politischer Vereine und kantonaler Parteien.
Heute steht die FDP vor allem im wirtschaftlichen Sinne für ein liberales Menschen- und Gesellschaftsbild ein: Sie fordert so wenig staatliche Eingriffe und Vorschriften wie nötig und so viel Markt und Wettbewerb wie möglich. Sie befürwortet niedrigere Steuern und ist gegen einen Ausbau des Sozialstaates, möchte jedoch ein gut ausgebautes Bildungssystem und eine leistungsfähige Infrastruktur erhalten.
Seit den 1990er-Jahren ist die FDP zunehmend unter Druck geraten. Von rechts-konservativer Seite haben ihr die SVP und die BDP Stimmen abgegraben, auf der links-liberalen Seite bildet die «glp» die grösste Konkurrenz.