| 2011 | 2015 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Wähleranteil | 8,4% | 7,1% | 13,2% |
| Anzahl Nationalratssitze | 15 | 11 | 28 |
| Anzahl Ständeratssitze | 2 | 1 | 5 |
Anfang der 1970er-Jahre bildeten sich in der Westschweiz (Neuenburg und Waadt) die ersten Grünen Parteien. Kurz darauf folgten auch die ersten Parteigründungen in der Deutschschweiz (Bern und Zürich). Oft entstanden die Parteien aus kleinen, lokalen Umweltschutzbewegungen heraus, die sich im Kampf gegen geplante Strassenprojekte und im Umfeld der Anti-Atomenergie-Bewegung gebildet hatten.
Die Grünen Parteien erzielten bei Gemeinde- und Kantonswahlen rasch Erfolge. 1983 versuchte man, die vielen Gruppierungen zu einer gesamtschweizerischen Partei zusammenzuschliessen, was aufgrund der grossen politischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Parteien und Gruppen jedoch scheiterte. Stattdessen wurden zwei gesamtschweizerische Parteien gegründet: die Föderation der Grünen Parteien der Schweiz (GPS), die sich hauptsächlich auf Umweltthemen fokussierte, sowie die Grüne Alternative Schweiz (GRAS), bei der neben umwelt- auch sozialpolitische Themen im Vordergrund standen. Die GRAS hat sich später in Grünes Bündnis Schweiz (GBS) umbenannt.
Zunächst erzielten beide Parteien bei Nationalratswahlen Erfolge. Die 1990er-Jahre brachten dann allerdings die ersten Niederlagen. Beide Parteien verloren aufgrund ihrer Ablehnung des Beitritts zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und durch das Referendum gegen die Neue Alpentransversale (NEAT) diejenigen Wählerstimmen, welche sowohl eine weitere aussenpolitische Öffnung als auch den Umweltschutz befürworteten. Zudem hatte die Schweiz bis in die zweite Hälfte der 1990er-Jahre mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen, sodass das Thema Umwelt an politischer Bedeutung einbüsste.
In den folgenden Jahren schlossen sich die GBS-Kantonalsektionen der GPS an, sodass es heute nur noch eine gesamtschweizerische Grüne Partei gibt: die Grünen Schweiz. Den Kurs der Partei bestimmten in der Folge allerdings immer mehr diejenigen Kräfte, welche eine klar links ausgerichtete Partei ähnlich wie die SP befürworteten. Im Jahr 2004 kam es darum im Kanton Zürich zur Abspaltung und Gründung der Grünliberalen Partei (glp). So bestehen heute, wie in den 1980er-Jahren, erneut zwei getrennte Umwelt-Parteien.