| 2011 | 2015 | 2019 | |
|---|---|---|---|
| Wähleranteil | 18,7% | 18,8% | 16,8% |
| Anzahl Nationalratssitze | 46 | 43 | 39 |
| Anzahl Ständeratssitze | 11 | 12 | 9 |
Die SP wurde 1888 als erste gesamtschweizerische Partei überhaupt gegründet. Sie richtete sich ganz auf die Interessen der in der Industrialisierung unter härtesten Bedingungen lebenden Arbeiterinnen und Arbeiter aus. Sie setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, die Einrichtung von Sozialeinrichtungen und höhere Löhne ein. Entsprechend arbeitete die SP eng mit den Gewerkschaften zusammen.
Während die SP auf politischer Ebene (Parlament und Volksabstimmungen) für die Durchsetzung der Arbeitnehmerinteressen zuständig war, versuchten dies die Gewerkschaften in direkten Verhandlungen mit den Arbeitgebern (Sozialpartnerschaft) oder mithilfe von Streiks.
Im Gegensatz zu den anderen Parteien ging die SP nicht aus einem Zusammenschluss bereits bestehender kantonaler Parteien hervor. Sie wurde von Beginn an als nationale Partei gegründet. Daher sind auch bis heute die Strukturen der SP stärker vereinheitlicht und auf die nationale Parteizentrale ausgerichtet als bei anderen Parteien.
Ab 1900 gelang es der SP, ihre Wählerschaft zu verbreitern. Als 1919 nach dem blutigen Generalstreik, an dem die Armee auf die streikende Arbeiterschaft schoss, die Proporzwahl für den Nationalrat eingeführt wurde, konnte sie ihre Sitzzahl im Parlament stark erhöhen. 1943 wählte das Parlament den ersten Sozialdemokraten in den Bundesrat. Seit 1959 ist die SP ständig mit zwei Bundesräten in der Landesregierung vertreten.
Im Laufe der Zeit musste die SP immer wieder ihre politische Ausrichtung anpassen. Auf das Aufkommen der Grünen ab den 1970er-Jahren reagierte sie, indem auch sie verstärkt umweltpolitische Anliegen berücksichtigte. Auch orientierte sich die Partei in den 1980er-Jahren wieder verstärkt an einer armeekritischen, pazifistischen Haltung.
Als Antwort auf die zunehmende Konkurrenz im linken Lager durch die stärker werdenden Grünen hat sich die SP seit Ende der 1990er-Jahre allerdings wieder verstärkt den klassischen linken Positionen (z. B. in der Sozial-, Wirtschafts- und Migrationspolitik) zugewandt.